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„Wir starten eine Kraft-Wärme-Kopplungsinitiative“, stellte Umweltministerin Margit Conrad auf einer Impulstagung zum Thema „Investitionen und Arbeitsplätze für eine nachhaltige Energieversorgung“ heute in Bingen fest. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB) sowie weiteren Kooperationspartnern durchgeführt.
„Energiepreise, Importabhängigkeit und Strombedarf wachsen stetig an. Hier müssen wir gegenhalten und viele Wege gehen. Diese basieren auf den vier Säulen: Energieeinsparung, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und eigene Stromerzeugung“, sagte Conrad. „Unsere Antwort ist die umfassende und zügige Erschließung der erneuerbaren Energien im Strombereich, vor allem aber die Erschließung der Effizienzpotentiale.“
Der Anteil der Eigenstromerzeugung in Rheinland-Pfalz ist inzwischen auf über ein Drittel gesteigert worden, auf ca. 10,7 Milliarden Kwh. Davon bringt Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ca. 4,9 Milliarden Kwh (2004). Bezogen auf die Bruttostromerzeugung in Rheinland-Pfalz sind dies ca. 45 Prozent. Bezogen auf den Bruttostromverbrauch ca. 17 Prozent. Im Vergleich zum KWK-Anteil von 12 Prozent für Deutschland, ist Rheinland-Pfalz damit ein KWK-Land.
Ziel der Landesregierung ist es, durch Verdichtung und Neubau von Wärmenetzen das Ziel der Bundesregierung, die KWK in Deutschland auf 25 Prozent auszubauen, zu unterstützen. Rheinland-Pfalz ist sich sicher, bis 2020 auf 30 plus Prozent kommen zu können.
Conrad erläuterte die vier Bausteine der KWK-Offensive Rheinland-Pfalz. Es gehe darum die „Strom erzeugende Heizung“ zu etablieren, die industrielle KWK zu stärken sowie Wärmenetze – fossil sowie auf Basis erneuerbarer Energien - auszubauen. „Kraft-Wärme-Kopplung ist dezentral. Sie braucht den Energieversorger vor Ort. Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit dem Ausbau von Nahwärmenetzen ist eine große Aufgabe. Sie bietet gleichzeitig ein großes Geschäftspotential vor allem für Stadt- und Gemeindewerke, aber auch für Regionalversorger und Contractoren“.
Die Umweltministerin dankte den Partnern, die sich bei der Umsetzung der Strom erzeugenden Heizung in Rheinland-Pfalz engagieren:
• Die Gaswirtschaft und der Mineralölhandel fördern die Installation von KWK-Anlagen
• Die Hersteller geben einen Zuschuss.
• Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk sorgen für Qualifizierung
• Das Umweltministerium fördert die kostenlose KWK-Beratung durch die Transferstelle Bingen. Bei der industriellen Kraft-Wärme-Kopplung wird über das „EffNet“ eine Beratung des Landes angeboten. Das Land fördert Konzepte für Wärmenetze und unterstützt finanziell sofern Bundes- und andere Förderung nicht ausreichen.
Conrad: „Wir ermutigen die Planungsgemeinschaften im Rahmen ihrer Energiekonzepte, KWK-Potentialanalysen zu erstellen, um das große Effizienz- und Klimaschutzpotential umfassend zu erschließen.“ Nach einer Studie des Bremer Energieinstituts könnten bis zu 57 Prozent des Stroms und 32 Prozent des Wärmebedarfs aus KWK gedeckt werden.
Auch die Erneuerung des Kohle-Kraftwerkparks muss ihren Beitrag zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung leisten. Deshalb müssen die Standorte verbrauchsnah sein und die Kraftwerkgrößen sich an den Wärmenutzungspotenzialen orientieren.
Kraft-Wärme-Kopplung gehört nach Aussage von Dr. Dieter Attig, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung, zu den wichtigsten Effizienztechnologien. Ihr Ausbau bilde den Schlüssel dafür, die zurzeit hohen Verluste bei der Umwandlung von Primärenergie in Nutzenergie auf ein unvermeidliches Minimum zu reduzieren. Das vom Bundestag jetzt beschlossene neue Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz könne hierzu wichtige Impulse geben. Es komme nun darauf an, dass diese von Kommunen, Energieversorgern, Industrie, Handel, Gewerbe, Wohnungswirtschaft und Handwerk aufgenommen und umgesetzt würden. Mit der heutigen Veranstaltung wollen die Veranstalter dazu einen Beitrag leisten.
Weitere Informationen erhalten sie von:
Adi Golbach, Geschäftsführer B.KWK, Tel. 030-43 60 79 10, mobil: 0163 – 3010 625 und im Internet unter www.bkwk.de.
Clarisse Furkel, Pressereferent; Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucher-schutz Rheinland-Pfalz, Tel.: 06131/16-4416 oder E-Mail: presse@mufv.rlp.de
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