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LEITLINIEN DER STRATEGIE DES B.KWK
Gemäß Vorstandsbeschluss auf der Sitzung am 2.6.2008

1. Der B.KWK setzt sich für einen umfassenden Ausbau der KWK in Deutschland ein. Er unterstützt die Zielsetzung der Bundesregierung, bis 2020 den KWK- Stromanteil in Deutschland auf 25 % der Stromerzeugung zu erhöhen. Das Potenzial für den Ausbau der KWK liegt noch höher. Die vom Bremer Energie Institut und der DLR für das BMWi erarbeitete KWK- Potenzial- Studie beziffert den in Deutschland mittelfristig erreichbaren KWK- Stromanteil mit über 50%. In Dänemark ist dieser Anteil erreicht, in den Niederlanden, Finnland und Lettland liegt er bei 30% bis 40%. Der B.KWK tritt für einen Ausbau der KWK ein, der über das Ziel für 2020 hinausgeht.

2. Schon für die Erreichung des 25%- Ziels bis 2020 reicht aber die Förderung durch das ab 1.1. 2009 in Kraft tretende novellierte KWK- Gesetz nicht aus. Die Novelle enthält zwar wesentliche Verbesserungen gegenüber der völlig unzureichenden Förderung durch das bisherige KWKG. Sie wird daher vom B.KWK begrüßt, wenngleich die vorgesehene Förderhöhe bzw. –Dauer angesichts der in letzter Zeit stark gestiegenen Preise für Kraftwerkskomponenten zur Erschließung großer Teile des KWK- Potenzials nicht ausreichen wird. Vor allem aber müssen erhebliche Hemmnisse für den KWK- Ausbau, v. a auch Widerstände im Bereich der Energiewirtschaft, beseitigt und eindeutige politische Signale auch unterhalb der Bundesebene gesetzt werden. Dazu gehört kommunales Engagement für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, insbesondere der Fernwärme, der auch durch ordnungspolitische Maßnahmen flankiert werden sollte, wenn anders die für einen wirtschaftlichen Fernwärmeausbau erforderlichen Anschlussquoten nicht erreicht werden können.

3. Medien und Politik haben lange Zeit die Bedeutung der KWK für den Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz nicht adäquat gewürdigt. Das hat sich in letzter Zeit gebessert, wie u.a. die herausgehobene Position der KWKG- Novelle im Integrierten Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung (IEKP) anzeigt. Die Bedeutung der KWK ist davon abhängig, dass KWK- Anlagen gegenüber der getrennten Strom- und Wärmeerzeugung wirklich wesentlich Energie einsparen. Der BKWK wird KWK-Konzepte, die nur geringe oder mäßige Einsparungen erbringen, nicht aktiv propagieren, um den Ruf der KWK und damit die politische Unterstützung der KWK nicht zu gefährden.

4. Das hohe Potenzial der KWK beruht auf ihrer Vielseitigkeit. Es muss durch KWK- gestützten Ausbau gleichermaßen der öffentlichen Fernwärme- und Kälteversorgung wie der Eigenversorgung von Industrieanlagen und von sonstigen, gewerblichen und öffentlichen Verbrauchern – mittels Objekt- und Arealnetzen oder Kundenanlagen – erschlossen werden. Es bedarf dazu des Einsatzes aller verfügbaren KWK- Technologien und Leistungsklassen. Der B.KWK unterstützt alle diese Segmente der KWK- Wirtschaft und vermittelt bei Konflikten, die zwischen ihnen, insbesondere zwischen EVU und Eigenversorgern, auftreten. Er unterstützt Weiterentwicklungen der KWK- Technologie und begleitet sie kritisch.

5. Der B.KWK ist dem Ziel einer nachhaltigen Energiewirtschaft, also der kontinuierlichen Erhöhung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien, verpflichtet. Der Ausbau der KWK kann wesentlich zur effizienteren. Nutzung von fossilen Brennstoffen wie auch von Bio-Brennstoffen beitragen. Der B.KWK verhält sich brennstoffneutral und wird sich an kontroversen Debatten um einzelne Brennstoffarten nicht aktiv beteiligen.

 

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