Klimaschutz

Inzwischen kann als gesichert gelten, dass die in den letzten Jahrzehnten gemessene Erwärmung unserer Atmosphäre zumindest zu einem erheblichen Teil durch Klimagase entsteht, also von Menschen gemacht ist. Diese Auffassung wird weltweit von mehr als 99% der Klimaforscher vertreten. Es ist also notwendig, international eine Gegenstrategie zu organisieren und es ist wichtig, dass die Industrieländer bei der konkreten Umsetzung eine Vorreiterrolle übernehmen.

Die klimapolitischen Ziele der Bundesrepublik wie auch der Europäischen Union können nur durch einen massiven Ausbau der KWK erreicht werden. Die EU hat bereits 1997 eine Verdopplung des Anteils der KWK an der Stromerzeugung bis 2010 beschlossen. Auch in Deutschland wurde bereits Ende 1997 von einer interministeriellen Arbeitsgruppe zur CO2-Reduktion die herausragende Bedeutung eines KWK-Ausbaues erkannt. Er sollte nach dem damals vorgelegten und von der Regierung beschlossenen Konzept mit 30 bis 60 Millionen Tonnen CO2-Reduktion den größten Einzelbeitrag leisten, um das Ziel einer CO2-Reduktion um 25% bis 2005 bezogen auf 1990 zu erreichen. Im Jahr 2000 beschloss die Bundesregierung, dass die KWK bis 2010 einen Beitrag von 23 Millionen Tonnen CO2-Minderung im Rahmen des Kioto-Zieles erbringen soll. Dieses Ziel gilt bis heute. Allerdings zeichnet sich bereits klar ab, dass die bisherigen konkreten politischen Maßnahmen – Mineralölsteuerbefreiung für KWK im Rahmen der ökologischen Steuerreform und Förderung durch das KWK-Gesetz von 2002 – bei weitem nicht ausreichen werden, um es zu erreichen.

Ebenso ist zu konstatieren, dass die inzwischen feststehende deutliche Verfehlung des 25%-Minderungszieles bis 2005 praktisch ausschließlich auf den fehlenden KWK-Ausbau zurückzuführen ist. Bezogen auf 2010 lässt sich schon jetzt unschwer prognostizieren, dass ohne den 23-Millionen-Tonnen-Beitrag der KWK auch das Kioto-Ziel für Deutschland deutlich verfehlt werden wird.

Etwa 38% des gesamten Primärenergieverbrauchs in Deutschland werden von der Stromerzeugung beansprucht, die zu rund 80% in fossilen und nuklearen Kondensationskraftwerken erfolgt. Dabei gehen fast zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt verloren. Gelänge es, diese enormen Verluste – sie betrugen laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im Jahre 2002 rund 1.120 TWh oder 28% des Primärenergieverbrauchs – weitgehend nutzbar zu machen, so käme das praktisch der Erschließung einer gigantischen, neuen heimischen Energieressource gleich. Ihr Anteil an der Energieversorgung wäre vergleichbar der gesamten jährlichen Produktion an Kohle, Erdgas und Mineralöl in Deutschland (900 TWh). Der Schlüssel zu dieser virtuellen Energiequelle heißt Kraft-Wärme-Kopplung.