B.KWK-Newsletter: Nach den Berliner ENERGIETAGEN

In fast allen Vortragsreihen und Podiumsdiskussionen auf den Berliner ENERGIETAGEN wurden der Kohleausstieg und die notwendigen dazugehörigen Veränderungen im Energiesystem behandelt.

Von den Damen und Herren aus den Ministerien wurde immer Technologie offen auf der Basis von Strom und Gas für die Energiewende gesprochen. Die Kohlekraftwerke sollen durch Erdgas-KWK ersetzt oder auf Erdgas umgestellt werden, mit dem langfristigen Ziel möglichst bis 2050 in allen Sektoren erneuerbare Energien einzusetzen. Wenn das Ziel der Bundesregierung, das Energiesystem langfristig auf erneuerbare Energien umzustellen, erreicht werden soll, werden umfangreiche Maßnahmen auch im Wärmesektor notwendig.

Während die Energieversorgung im Stromsektor immerhin bereits zu 38 % auf erneuerbaren Energien basiert, hinkt die Entwicklung im Wärmebereich noch hinterher. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Modernisierung der Heizsysteme, die bislang noch zum größten Teil durch fossile Energien betrieben werden. Für die notwendige Umstellung auf erneuerbare Energien wird von verschiedenen Wissenschaftlern die Wärmepumpe als Schlüsseltechnologie ins Spiel gebracht. Wärmepumpen nutzen die Erd- oder Umgebungswärme mit Hilfe von elektrischem Strom. In den letzten Jahren erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit, vor allem im Neubausektor. Aber sie finden auch im Bestand zunehmend Verwendung.

Wenn die Wärmepumpen die in den Szenarien gesetzte Entwicklung nehmen sollen ‑man setzt zum Beispiel für das Jahr 2030 fünf bis acht Millionen Wärmepumpen an‑, ist der Einsatz auch im Bestand unabdingbar, zumal hier das große Potenzial liegt.

Inwiefern sich Wärmepumpen wirklich für einen derartig massiven Einsatz im Bestand eignen und welche Folgen dies für das gesamte Energiesystem hätte, haben die Autoren Dr. Falk Auer und Gabriele Purper bereits 2017 in dem Papier „Kommentar zur Studie ‚Wärmewende 2030‘ der Agora Energiewende“ dargelegt, das der B.KWK am 18.07.2017 veröffentlicht hat.

Neuere Ergebnisse aus Praxistests bestätigen die Befürchtung, dass die Wärmepumpen die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen werden. Dies hatte auch die „Kurzstudie zur Rolle der KWK in der Energiewende“ des B.KWK dargelegt.

Vier Autoren haben die Argumente nochmals in einem „Wärmepumpen-Manifest“ zusammengefasst, das gerne noch von weiteren Fachleuten mit unterzeichnet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin-Mitte

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