Stellungnahme des B.KWK zum Entwurf der Bundesnetzagentur – Szenariorahmen 2021-2035 zum Netzentwicklungsplan Strom

Von der Bundesnetzagentur wurde zum „Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan Strom 2035“ zur Stellungnahme bis zum 14.02.2020 gebeten. Der B.KWK hat seine Position mit Expertise aus dem Arbeitskreis Netzintegration fachlich ausgearbeitet.

Für die Zukunft der KWK ist der Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber von großer Wichtigkeit. Durch den Wegfall der Kernkraftwerke und das geplante Kohleausstiegsgesetz wird sich die Anforderung an Stromnetze und Erzeugungsanlagen nachhaltig verändern. Die sich verstärkende Sektorenkopplung im Wärme- und Verkehrssektor stellt aufgrund der zunehmenden Elektrifizierung hohe Anforderungen an die elektrische Energieversorgung. Beim Stromverbrauch gehen die Netzbetreiber in ihren Szenarien durch die politischen und gesellschaftlichen Vorgaben im Vergleich zu heute von einer steigenden Nachfrage aus. Die vorgesehene Dekarbonisierung der Energieversorgung wird trotz aller Energieeffizienzmaßnahmen den Bedarf an gesicherter Kraftwerksleistung erhöhen.

Netzausbau für den Transport von Windstrom aus dem Norden in den Süden der Bundesrepublik ist das erste Gebot, dazu kommt aber auch der Umbau der Kraftwerkslandschaft. In elektrischen Netzen müssen sich Erzeugung und Verbrauch immer die Waage halten, um starke Frequenz- und in Verteilnetzen auch Spannungsschwankungen zu vermeiden. Dazu werden flexible, schnell verfügbare Kraftwerke benötigt. Diese Aufgabe können KWK-Anlagen sehr gut übernehmen und dabei gleichzeitig die Sektorenkopplung zwischen dem Elektrizitäts- und Wärmemarkt verstärken.

Auf der E-world in Essen konnten viele Gespräche an Messeständen mit Vertretern aus Politik, Ministerien, Wissenschaft und Verbänden zum zukünftigen Strommarkt geführt werden. Dabei wurde den Vertretern des B.KWK die Notwendigkeit von flexiblen KWK-Anlagen zur Wahrung der Systemstabilität bestätigt und die Flex-Eigenschaft wurde auch eingefordert. Damit hat die KWK als Flexoption eine nachhaltige Zukunft neben dem Netzausbau. Ab Oktober 2021 werden Anlagen ab 100 kW für den sog. Redispatch genutzt, um damit Engpässe im Übertragungsnetz zu kompensieren. Anstatt Netzstabilisierungsanlagen durch ÜNBs bauen zu lassen, schlägt der B.KWK vor, in Süddeutschland verstärkt in neue Marktkraftwerke zu investieren, unter anderem im Rahmen einer KWKG-Novelle.

Laut dem Klimaschutzprogramm 2030 sollen Kohle-KWK-Kraftwerke durch moderne KWK-Systeme ersetzt werden. Blockheizkraftwerke (BHKW), Gasturbinen (GT) und Brennstoffzellen (BZ), die mit Erdgas, Biogas, Flüssiggas, Wasserstoff, etc. arbeiten, werden auch in Zukunft im stromorientierten, wärmegedeckelten Betrieb einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Es wird angenommen, dass KWK-Anlagen in Fernwärmenetzen den Hauptteil der Wärmelast decken werden. Der Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan Strom geht im Segment der KWK-Anlagen bis 10 MW von einer Zunahme der Kapazitäten bis zu den Jahren 2035 und 2040 aus.

Die Stellungnahme zum Entwurf der ÜNB finden Sie hier.

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