Bildunterschrift: KWK liefert! Aber entsprechend deutlich erklärte B.KWK-Präsident Andreas Rimkus, dass nun auch die Bundesregierung liefern muss
Berlin, 11. November 2025. Unter dem Motto „Kraft-Wärme-Kopplung liefert! Strom – Wärme – Sicherheit“ treffen sich am 11. und 12. November 2025 namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus Energiepolitik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden zum 17. B.KWK-Kongress in Berlin, um über die Zukunft der Energieversorgung zu diskutieren und die Rolle der KWK bei der Energiewende zu beleuchten. Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK) bietet mit einem abwechslungsreichen Programm, renommierten Fachvorträgen und einem energiepolitischen Abend eine zentrale Plattform für Austausch und Vernetzung – und sendet klare Signale an die Politik.
„Mit unserem diesjährigen Motto zeigen wir, dass Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) liefert – heute und in Zukunft“, erklärt B.KWK-Hauptgeschäftsführerin Barbara Minderjahn. „KWK wird ein wichtiger Baustein zukünftiger Energiesysteme bleiben, weil sie im Großen wie im Kleinen Versorgungssicherheit schafft. KWK kann überall eingesetzt werden, KWK-Anlagen sind innerhalb kürzester Zeit zu errichten. Egal, ob man KWK als wirtschaftlich, nachhaltig und sicher beschreibt, oder als flexibel, dezentral und hocheffizient – KWK ist die wichtigste Technologie für den Umbau der Energieversorgung hin zu einer CO2-armen Versorgung.“
Politischer Auftakt mit klarem Kurs
Ein Motto, dass auch B.KWK-Präsident Andreas Rimkus am ersten, politisch geprägten Kongresstag deutlich unterstreicht. Er eröffnet die Veranstaltung mit einer programmatischen Rede zur Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung im Energiesystem der Zukunft.
„Kraft-Wärme-Kopplung ist weit mehr als ein klassisches Heizkraftwerk – sie ist die tragende Säule einer sicheren, effizienten und flexiblen Energieversorgung“, erklärt er. „Dezentrale KWK-Anlagen entlasten die Netze und senken auf diese Weise die Kosten für die Energiewende. Die deutsche KWK-Branche kann jährlich eine Kapazität von mindestens 6 GW an gesicherter Leistung zubauen. Gemessen an dem politischen Vorhaben von 20 GW im Jahr 2030 sind wir bereits jetzt in der Lage, einen erheblichen Anteil zur Erreichung dieses Ziels beizutragen!“
Rimkus fordert zugleich mehr Planungssicherheit für Betreiberinnen und Betreiber von KWK-Anlagen und betont die Notwendigkeit, dezentrale KWK-Anlagen stärker zu fördern und ihre Rolle in der künftigen Kraftwerksstrategie verbindlich zu verankern.
Ein Appell, der u.a. Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie erreicht. Er spricht in seinem Vortrag über die Erwartungen der Bundesregierung an die KWK im Spannungsfeld zwischen Kapazität, Flexibilität und Energieeffizienz. Und dabei hebt er hervor, dass sich die Rolle der KWK verändert hat. Sie hat einen Bedeutungszuwachs erhalten, denn heute geht es darum, die Rolle der Residuallast in den Fokus zu nehmen. Die Erneuerbaren stellen die Grundlast – und für die Sicherheit in Strom- und Wärmeversorgung braucht es die KWK.
KWK schließt die Lücken zwischen Nachfrage und Angebot und das auch mit erneuerbaren Brennstoffen. Die Zukunft der KWK ist sicher, denn es wird immer Zeiten geben, in denen Strom und Wärme gleichzeitig benötigt werden. Das ist insbesondere in der kalten Jahreszeit der Fall. Hier sind wir auf brennstoffbasierte Versorgungssicherheit angewiesen. Genau dann spielt die KWK ihr Stärke aus – mit hoher Effizienz den kostbaren Brennstoff voll zu nutzen.
Rouenhoff weist darauf hin, dass die Zeiten der energiewirtschaftlich erforderlichen KWK-Einsätze sinken werden, aber diese so groß bleiben würden, dass man jetzt einen klaren Rahmen benötige, damit die Anlagen gebaut werden könnten: „Die Bundesregierung ist sich bewusst, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Dass KWK eine wichtige Rolle spielt, steht außer Frage. Das KWKG muss für den Kapazitätsmarkt fit gemacht werden.“ Rouenhoff sichert für das Wirtschaftsministerium zu, dass man gemeinsam mit dem B.KWK praxistaugliche Lösungen finden wird.
Auch der Bundestagsabgeordnete Helmut Kleebank richtet ein Grußwort an die Teilnehmenden und betont die Bedeutung der KWK für die Energiewende: „Der Klimawandel hat keine Pause eingelegt. Bei einer globalen Erhöhung von drei Grad Celsius haben wir in Deutschland mit einer Erhöhung von sechs Grad Celsius zu rechnen. Da wird dann kein Wald mehr wachsen. Daher muss man nicht fragen, sondern machen. Und da geht kein Weg an der KWK vorbei.“
Kleebank weist auch weiterhin darauf hin, dass man in vergangenen Energiekrisen keine technischen Lösungen hatte, diese heute aber zur Verfügung stehen. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien in Kombination mit flexibler KWK ist man in der Lage, sich bei Versorgungslücken aus der Abhängigkeit und Erpressbarkeit der Lieferanten fossiler Brennstoffe zu lösen.
Kleebank steht für die Beratung einer KWKG-Novelle und für die Verlängerung der Ausschreibungsverordnung bereit und wartet dringend auf die Vorlagen aus dem Ministerium. Gleichzeitig ist der Ausbau der Erneuerbaren für ihn nicht diskutierbar, da diese langfristig günstiger sind. Offen sei lediglich die Frage, wie man den Netzausbau sozialverträglich gestalten kann, ohne die Verbraucherinnen und Verbraucher übermäßig zu belasten. Das muss Aufgabe des Staates sein. Zusammenfassend stellt Kleebank fest, dass man mit KWK ein resilientes Instrument besitzt, welches Hand in Hand mit dem Ausbau der Erneuerbaren gefördert werden muss.
KWK als Schlüssel zur Dekarbonisierung und Kraftwerksstrategie
In den Fachvorträgen des Nachmittags geht es um die strategische und technologische Zukunft der KWK in Deutschland und Europa. Jochen Epp, Bereichsleiter Vertrieb und EPC bei TEDOM Energy Systems und Solutions GmbH referiert über „KWK zur Dekarbonisierung des europäischen Energiesektors“ und zeigt auf, wie hocheffiziente KWK-Systeme einen messbaren Beitrag zur CO2-Reduktion leisten können. Welche Rolle KWK in der deutschen Kraftwerksstrategie einnimmt – darüber spricht im Anschluss nicht nur Dr. Klaus Payrhuber, Strategic Product Development bei INNIO Jenbacher. Auch beim traditionellen energiepolitischen Abend mit einem Impulsvortrag zur Grüngas-Quote und einer prominent besetzten Podiumsdiskussion wird dieses Thema vertieft.
Zweiter Tag: praxisnah und zukunftsorientiert
Der zweite Kongresstag zeigt dann auf, wie vielfältig und innovationsstark moderne KWK heute ist. Themen wie regenerative Speicherkraftwerke, Mikro-KWK als Hybridlösung, erneuerbare Brennstoffe für KWK und rechtliche Aspekte stehen u.a. auf dem Programm. „Die Beispiele machen deutlich: KWK ist kein Auslaufmodell, sondern eine Innovationstechnologie mit Zukunft“, so Barbara Minderjahn. „Wir freuen uns darauf, mit vielen Akteurinnen und Akteuren der Energiewende ins Gespräch kommen und gemeinsam an Lösungen von morgen zu arbeiten.“
Zusammenfassung der Rede von B.KWK-Präsident Andreas Rimkus (im PDF-Format)
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