Kommentar zu Ausschreibungsergebnissen für KWK und iKWK im Dezember 2022

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge der Ausschreibungen für KWK-Anlagen und für innovative KWK-Systeme zum Gebotstermin 1. Dezember 2022 bekannt gegeben. Die ausgeschriebene Menge für KWK-Anlagen war abermals deutlich überzeichnet, während bei der iKWK erneut eine Unterzeichnung bekanntgegeben wurde.

Die Energiebranche erkennt die Wichtigkeit und Zukunftsfähigkeit der KWK zur effizienten und versorgungssicheren Strom- und Wärmebereitstellung, schätzt der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK) die aktuell veröffentlichten Ergebnisse ein. „Dass der Trend der Überzeichnung für die konventionellen KWK-Ausschreibung auch in der Energiekrise nicht gebrochen wurde, sehen wir einerseits als Bestätigung, dass sich unser Einsatz der vergangenen Monate für sichere Rahmenbedingungen für die KWK lohnt, damit der wichtige Zubau für die Spitzenlastdeckung weiter vorangeht. Andererseits bleibt der Wermutstropfen, dass die Ausschreibungsmenge nach wie vor zu gering angesetzt ist und der Ausbaunotwendigkeit und dem Ausbauwillen der Branche nicht gerecht wird.“

Bei den Einreichungen zur KWK-Ausschreibung waren nach Information des B.KWK eine Vielzahl von Reinvestitionen, die jetzt auch wegen der vom Präsidenten des B.KWK seit langem angemahnten zu geringen Ausschreibungsmengen keinen Zuschlag erhielten. „Um die Zubaumengen des BMWK von 15 GW bis 2030 an Strom- und Wärmeresiduallastdeckenden KWK-Anlagen zu installieren, werden ca. 2 GW an Ausschreibungsvolumen pro Jahr benötigt“, stellt Claus-Heinrich Stahl fest.

Die erneute Unterzeichnung des iKWK-Bereiches bestätigt die Verunsicherung der Marktteilnehmer, vor der der B.KWK bereits mit dem Entwurf des Osterpakets gewarnt hatte. Insbesondere die Streichung von Biomethan aus dem KWKG hatte zu massiven Verlusten bei der Investitionsbereitschaft in innovative KWK-Systeme geführt. Die Hoffnung des B.KWK ist, dass mit der Aufhebung der Streichung und den Verbesserungen der iKWK-Regelungen in Hinblick auf die unterjährige Anrechnung der Referenzwärme aus erneuerbaren Energien und der Entscheidung der Clearingstelle zur Rücklaufeinspeisung zukünftig mehr iKWK-Konzepte möglich werden und die Ausschreibungen in Zukunft besser gefüllt sind. Claus-Heinrich Stahl: „Auch hier sehen wir, dass die Irritationen der Politik und Aussagen des Ministers zu einer Zurückhaltung der Investoren führt und wir in eine gewaltige Erzeugungslücke bei der hochflexiblen gesicherten Kraftwerksleistung steuern, wenn Dunkelflauten vorherrschen.“

Zu den Ausschreibungsergebnissen im Detail:

Ausschreibung für KWK-Anlagen

Zu der ausgeschriebenen Menge für KWK-Anlagen von 86,549 Megawatt wurden 19 Gebote mit einem Volumen von 106,132 Megawatt eingereicht. Damit war die Ausschreibung deutlich überzeichnet. Von den 17 zulässigen Geboten erhielten 12 Gebote mit einem Volumen von 85,975 Megawatt einen Zuschlag. Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5,15 ct/kWh bis 6,76 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert liegt bei 6,14 ct/kWh, und damit über dem Vergleichswert von 5,87 ct/kWh in der vorigen Ausschreibung zum Gebotstermin 1. Juni 2022.

Ausschreibung für innovative KWK-Systeme

Zur ausgeschriebenen Menge für innovative KWK-Systeme von 25 Megawatt wurden sechs Gebote mit einem Volumen von 18,204 Megawatt eingereicht. Damit war die Ausschreibung für innovative KWK-Systeme unterzeichnet. Die fünf zulässigen Gebote mit einem Volumen von 15,104 Megawatt erhielten einen Zuschlag. Die Zuschlagswerte lagen zwischen 10,89 ct/kWh und 11,90 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 11,22 ct/kWh und liegt damit unter dem Vergleichswert von 11,74 ct/kWh in der vorigen Ausschreibung zum Gebotstermin 1. Juni 2022.