Biomethan muss in der KWK bleiben

Der B.KWK hat gemeinsam mit weiteren 8 Verbänden ein Empfehlungsschreiben: Biomethan muss in der KWK bleiben an die Politik adressiert, verbunden mit einem persönlichen Aufruf von B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl:


Die sich abzeichnenden Verhandlungen zum Osterpaket im Ausschuss Klimaschutz und Energie als auch im Bundestag und Bundesrat nehmen wir zum Anlass, die Notwendigkeit zum Erhalt der Biomethanförderung aus Abfall- und Reststoffbiomethan auch aus dem europäischen Wirtschaftsraum zu  unterstreichen.

Diese Biomethanförderung aus Abfall- und Reststoffbiomethan findet zurzeit Anwendung im KWKG und ist zu unterscheiden von der Anrechnung im EEG, welches nur in Deutschland erzeugtes nawaRo (Anm: nachwachsende Rohstoffe) -Biomethan mit Nachhaltigkeitszertifizierung anerkennt.

Außerdem weisen wir darauf hin, dass die Fördervoraussetzungen von Biomethan im EEG mit 20 Jahren nur KWK-Anlagen ab 100 kWel ermöglichen. KWK-Anlagen unter 100 kW werden in der Objekt-, Quartiers- und Gewerbeversorgung wie z.B.  Pflegeinrichtungen, Krankenhäuser oder auch Schulen nach dem gültigen KWKG gefördert. Ein Ausschluss der Förderung für Neuanlagen ab 01.01.2024 würde diese Einrichtungen bei Neuerrichtung oder Modernisierung der Anlagen vom dezentralen Dekarbonisierungspfad ihrer Strom- und Wärmeversorgung abschneiden. Der Ausschluss von Biomethan aus der KWKG-Förderung ist nicht nur das Ende der Förderung, sondern auch das Ende der KWK in der Gebäude- und Quartiersversorgung!

Im heutigen Gebäudeenergiegesetz (GEG) gilt der Biomethaneinsatz in KWK in Verbindung mit Mischgasen als förderfähig bzw. Ersatzmaßnahme.
In den Klimaschutzgesetzen der Länder Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein ist ausdrücklich als Ersatzmöglichkeit der Einsatz von KWK-Anlagen mit Zumischung von Biomethan zum Erdgas zulässig. Diese Option wird mit dem Ausschluss der Biomethanförderung im KWKG verwehrt. In diesen Fällen dient das Biomethan nur der Erbringung des erneuerbaren Wärmeanteils.

Bitte helfen Sie uns, dass der Einsatz von Biomethan in KWK-Anlagen nicht zu einem Förderausschluss führt. Hiervon wären auch alle Wärmenetzbetreiber betroffen, die Abfall- und Reststoffbiomethan zur Dekarbonisierung ihrer Wärmenetze einsetzen wollen. Bereits aufgestellte Transformationspläne würden dadurch oft nicht erfüllbar.