Blauer Strom: Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit

Bisher konnten sich die Endverbraucher nur zwischen Grünem Strom und „normalem“, so genanntem Grauen Strom – einem Mix aus allen anderen Stromquellen – entscheiden. Die Farbe für umweltfreundlichen Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist dagegen Blauer Strom. Die Farbe Blau steht für das gleichzeitige Erzeugen von Strom und Nutzwärme sowie für eine verlässliche Effizienztechnologie mit regenerativen und fossilen Brennstoffen. Der Blaue Strom ist ein unverzichtbarer Teil der Energiewende in Deutschland.

KWK-Strom trägt heute bereits mit 16 Prozent zur Nettostromerzeugung bei. Die Bezeichnung Blauer Strom gibt dem Hidden Champion ein Gesicht. Blauer Strom wird effizient und ressourcenschonend erzeugt und ist grundlast- und spitzenlastfähig. Hinzu kommt: Mit dem neuen KWK-Gesetz steigt bis 2020 nicht nur die KWK-Nettostromerzeugung von derzeit 16 Prozent auf 21 Prozent. Die Erhöhung des Anteils Blauen Stroms am deutschen Strommix bringt sowohl Erzeugern als auch Verbrauchern mehr Sicherheit und ermöglicht so die Realisierung der Energiewende.

Blauer Strom kommt in der Regel aus dem Kraftwerk nebenan oder dem eigenen Keller. Die dezentrale Erzeugung benötigt keine verlustbehafteten, langen Übertragungswege. Dafür werden Arbeitsplätze vor Ort geschafften und erhalten. So wird Blauer Strom zur idealen Ergänzung zum Strom aus regenerativen Quellen

Ein Zertifikat für den Stromvertrieb

Blauer Strom holt die Kraft-Wärme-Kopplung aus ihrem Nischendasein. Die energie- und umwelteffiziente Technologie, die auch regenerative Primärenergie wie beispielsweise Biomethan oder synthetisches Gas optimal in Strom, Nutzwärme und Kälte umwandeln kann, wird ergänzend zu Photovoltaik und Windkraft zum Wegbereiter der zukünftigen Energieversorgung.

Nach Prüfung der technischen Voraussetzungen und des Brennstoffeinsatzes können Stromerzeuger, Händler, Stadtwerke und Stromversorger die Marke für den Stromvertrieb erwerben. Mit Blauer Strom positioniert sich der Zertifikatsnehmer aktiv zur Energiewende. Ein Plus für Versorger wie Kunden gleichermaßen.

Die Wärme, die bei der Stromerzeugung in KWK-Anlagen frei wird, darf das Zertifikat Blaue Wärme tragen. Wird diese Wärme dann noch genutzt, um z. B. Sorptionskälteanlagen anzutreiben, darf diese Kälte wiederum das Zertifikat Blaue Kälte tragen.

BKWK-Zertifikat Blauer Strom für KWK-Anlagen