Unsere KWK Vertretung in Brüssel – COGEN Europe – hat uns um Unterstützung gebeten, Betriebsdaten von Stromerzeugungs- und Kesselanlagen zur Verfügung zu stellen, die in den letzten 5 Jahren in Betrieb gegangen sind.

Diese werden für die Anpassung von Referenzwerten benötigt, die im Rahmen des EU- Gesetzespaketes „Fit for 55“ angepasst werden und für KWK Anlagen relevant sind.

Am 14. Juli legte die Europäische Kommission (EC) das Gesetzespaket Fit for 55 vor, mit dem das Ziel der Europäischen Union (EU) für 2030 erreicht werden soll. Die Treibhausgasemissionen (THG) sollen um 55 % gegenüber dem Niveau von 1990 gesenkt werden und bis 2050 Netto-Null erreichen. Das Paket besteht aus 13 Gesetzesvorschlägen – wovon einige neue sind und andere überarbeitet werden.

Die Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU legt eine gemeinsame Definition der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung fest. Um dieser Definition gerecht zu werden, sollte eine definierte Primärenergieeinsparung (PES) erreicht werden, die im Vergleich zu den Wirkungsgraden für getrennte Strom- und Wärmeerzeugung zu berechnen ist. Für diese Berechnung sind die harmonisierten Wirkungsgrad-Referenzwerte zu verwenden, die dem Vergleich zugrunde liegen. Die Referenzwerte wurden erstmals im Beschluss 2007/74/EG der Kommission festgelegt und anschließend zweimal im Durchführungsbeschluss 2011/877/EU der Kommission und in der Delegierten Verordnung (EU) 2015/2402 der Kommission überprüft. Um eine Anpassung an den technischen Fortschritt und Veränderungen bei der Verteilung von Energieträgern zu ermöglichen, ermächtigt die Energieeffizienzrichtlinie die Kommission, die harmonisierten Effizienz-Referenzwerte durch delegierte Rechtsakte zu überprüfen. Die bisherigen Referenz-Effizienzwerte wurden 2015 von Ricardo in Zusammenarbeit mit anderen Partnern entwickelt (Studie anbei). Die Referenzwerte ermöglichen den Vergleich mit der besten verfügbaren und wirtschaftlich vertretbaren Technologie zur getrennten Erzeugung von Wärme und Strom am Markt im Jahr ihrer Errichtung auf Basis von Betriebsdaten unter realistischen Bedingungen. Um technologischen Entwicklungen und Veränderungen beim Brennstoffeinsatz Rechnung zu tragen, versucht die Europäische Kommission die Referenzwerte alle 5 Jahre zu überprüfen. Dadurch können Empfehlungen abgegeben werden, ob die Referenzwerte und die Liste der Brennstoffe und KWK-Technologien, für die derzeit Referenzwerte existieren, aktualisiert werden sollten.

Gemäß Artikel 14 Absatz 10 der EED wird derzeit eine Überprüfung durchgeführt. Die Überprüfung muss auf aktuellen und belastbaren Daten beruhen um sicherzustellen, dass die Empfehlungen zur Aktualisierung der aktuellen Referenzwerte belastbar sind um so das Vertrauen der Interessenträger zu stärken.  Daher benötigen wir die Unterstützung von Betreibern von Kessel- und stromerzeugenden Anlagen. Die Datenerhebung bezieht sich auf Anlagen, die in den letzten fünf Jahren in Betrieb genommen wurden. Die Daten werden vom B.KWK gesammelt und anonymisiert an die Auftragnehmer (Ricardo PLC – Global engineering, environmental and strategic consultancy) der Studie weitergegeben.

Die Fraebögen für Stromerzeugende Anlagen und Kessel finden Sie hier. Wir freuen uns sehr über Ihre Unterstützung!